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Galerie Inga Kondeyne

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  Konrad Wohlhage

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  Ausstellung vom 2. September 2005 - 6. Oktober 2005

Konrad Wohlhage
Orbis lineatus


Als Antwort auf Ihre Frage, biete ich Ihnen ein: ’Nein’ an. Am Anfang gab es bei Konrad Wohlhage die Kunst. Er verliebte sich während seines Studiums in die Architektur. Das aufreibende Spiel zwischen den im Vordergrund stehenden Aufgaben und Hintergrundarbeit begann, sein Tanz zwischen Suche nach der ‘Idee für Dinge’ und Aufspüren der ‘Idee hinter den Dingen’ (Konrad Wohlhages Rezept?).

Konrad Wohlhages Zeichnungen, seine Malerei - sie begleiteten ihn ständig fordernd. Er hat sie nur sehr selten öffentlich gezeigt. Jetzt in einer neuen Arbeitsphase wird im Atelier deutlich, seine aufeinander gestapelten Arbeiten müssen ihre Ausdehnung auf den weißen Wänden im räumlichen Zusammenhang einer Ausstellung erfahren. Konrad Wohlhages Form von Sprache als Künstler wird nun ersehbar.

Ins Leere starren und endlich die Leere des weißen Untergrunds mit dem besetzen, was ungreifbar im Kopf ist. Der Architekt in ihm hat unzählige, scheinbar greifbare Linienkombinationen gespeichert. Vom Kopf über die Hand (Konrad Wohlhage schreibt sich Telefonnummern, Namen, Worte in die Innenhand, um sie nicht zu vergessen) aufs Papier. Das unverhoffte Zusammenführen von handgezeichneten Linien erfüllt sich als sinnliches Erlebnis. Hier ist der Ort der Konzentration, der zur eigenen Orientierung führt. Er findet Linienverbindungen die füreinander bestimmt zu sein scheinen, das Abenteuer eines mehrdeutigen Miteinanders zu versuchen. Ein und dieselbe Geschichte geht weiter, Bild für Bild, bis sie von einer anderen Bildkombination erneuert abgelöst wird. Das Wiederholen ist nicht die Wiederkehr des Gleichen, er lotet Rhythmen seiner Linienspuren aus und die Tonabfolgen seiner Untergründe. Auf Letztere, ihr farbig vermischtes Eigenleben in Weißblaugrau, Weißrotgrau, Gelb, Grüngelb, fällt der zweite Blick, bei dem man vom Künstler erschaute Berliner Luftbilder zu erkennen glaubt.

Konrad Wohlhage hat sein Linienziehen verlangsamt - hinausgezogen in eine andere Dimension. Linienziehen gegen den Widerstand seiner eingestrichenen Untergründe. Er legt die Striche geradezu frei als helle Liniengebilde über malerisch bewegten Flächen. Linien, täglich wieder und wieder herauskratzen, neu verbinden, sie prägen ihm seinen eigenen Rhythmus auf. Zeit scheint sich endlos zu entwickeln und der heutigen computerbesetzten Hochgeschwindigkeit zuwiderzulaufen. Nachvollziehbaren Zeichen nachzusehen ist anachronistisch? Konrad Wohlhage verschenkt Zeit.





Die Ausstellung lief vom 2. September 2005 bis zum 6. Oktober 2005

Galerie Inga Kondeyne
HACKESCHE HÖFE, HOF IV
Rosenthaler Str.40/41
10178 Berlin
Tel/Fax: 030/2813113
http://www.GalerieKondeyne.de

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr, Sa 12-17 Uhr