Galerie Inga Kondeyne Raum für Zeichnung
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Ausstellung vom 3. Juni 2006 - 27. Juli 2006:

Jürgen Köhler
Angekommen in den neuen Galerieräumen Linienstraße 115, konnte ich Sie wieder zu einer Ausstellung eines außergewöhnlichen Zeichners am 2. Juni 2006, ab 19.00 Uhr, einladen.

Jürgen Köhler (Jg. 1954) gehört zur seltenen Spezies unter den Künstlern, die den konzentrierten Umgang mit dem spitzen Bleistift bevorzugen. Er lebt in Berlin-Weißensee und begegnete mir Mitte der 80er Jahre zunächst als markanter Kopf auf Blättern von befreundeten Künstlern gezeichnet. Einzelne präzise Kaltnadelradierungen und Zeichnungen von ihm forderten mich über die Jahre immer wieder auf, genauer in sie hineinzusehen. Durch Aneinanderreihungen der Arbeiten in Personalausstellungen, wurde meine Aufmerksamkeit auf die Ordnung seines inneren Formenkanons gelenkt. Zeichnend baut er diesen ständig neu auf, egal, ob er abstrakte Formen oder Köpfe oder Gebärden von Figuren umschreibt. Oft findet eine Verwandlung von Strukturen zu Zeichen statt, die rythmisch übers Blatt ziehen. Realitätsfragmente tauchen auf - erhoben zu magischen Symbolen. Tief hat er sich in das Gehege der Tradition hineinbegeben, durchlebt optisch die Renaissance, die alte chinesische Kunst. Mit schlafwandlerischer Wachheit löst er sich Bildsituation für seine Wirklichkeit heraus und verwandelt sie. Jürgen Köhlers Blätter scheinen aus einer Zeit zu stammen, als die sieben Sünden noch als Sünden galten, als die Überschreitung von Grenzen noch Lust entfachte. Seine Sehnsucht nach Würde vereint sich auf den Blättern präzise erzeichnet mit dem Preisgeben banaler Körperlichkeit. Seinen sinnlichen Zugriff, unnahbar normal, vollführt er auf strapazierfähigem, alten Maschinenbütten. Die Zeichnungen sind stumm, nur die eigene Phantasie bricht das Schweigen.
Freitag, 2. Juni 2006,   19-21 Uhr
3. Juni 2006 - 27. Juli 2006