VORFREUDE – HANNS SCHIMANSKY I EVE ASCHHEIM I CURT ASKER I JOACHIM BÖTTCHER I PACO KNÖLLER I MANFRED ZOLLER


,Mein Tun kommt vom Sichtbaren‘

konstatiert der an der Ostsee aufgewachsene und von den Meeresumtrieben nicht unbeeinflusste Zeichner Hanns Schimansky immer mal wieder auch gerade mit Blick auf das umfangreiche nichtgegenständliche (Lebens)Werk, insofern dort frühe,abgelagerte Seh-Erlebnisse bisweilen als Schemen oder partikelhaft atomisiert unverhofft aufblitzen oder durchscheinen. Und ja, seine zeichnerischen ,Fang-Netze‘ sind nach ausgedehnten ,Transformations-Seemeilen‘ mit ungewöhnlich reichhaltigen und zugleich unverwechselbaren Anlandungen bestückt: kammartig schwingende Bleistiftlinien, Federleichtes und Federlichtes, orthogonale Tusche-Gewebe, sanft schimmernde Ölkreiden, schwärzliche Schattengebilde, (Farb)Faltungen von körperhaft anschmiegsamer Anmutung, eigenwillige ,Schwarzläufer‘, letzthin auch mit Farbbahnungen gemixt…die Aufreihung des Stückguts, das in Imaginationsgewässer lockt, will kein Ende nehmen – und all das auf Papieren von feinster bis sonderbarster Beschaffenheit. Man mag es kaum glauben: ein jedes dieser Blätter (welchen Formats auch immer) ist einTag(es)werk – von zeichnerischer Erfahrungshand beatmet, belebt; umhüllt von Freejazz-Klangwolken im Atelier vollzieht sich so täglich der ,Aufbruch der Form‘ in der Gedoppeltheit als (Anfangs)Aufbruch zur Form und nachmaligem, immer erneutem Aufbrechen d(ies)er Form(en); gefordert bei alldem sind Feinnervigkeit, Bereitschaft und Aufmerksamkeit, kurzum: Gespür und Empfänglichkeit für das, was da,sich meldet‘ und ,zufällt‘…

Einige dieser unnachahmlichen Ergebnisse aus unterschiedlichen Schaffensphasen werden nun zum 75. Geburtstag von Hanns Schimansky in einer kurzfristig anberaumten Schau bei Inga Kondeyne zu besichtigen sein; auch Exponate von Freunden und Weggefährten sind als stumme Gratulanten präsent. Josef Molitor

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