FICTION OR NOT// BETTINA MUNK / MALTE SPOHR vom 03.02.2017 bis zum 14.03.2017

MALTE SPOHR





Zu der Ausstellung: FICTION OR NOT
sind Sie herzlich eingeladen.

03.02.2017 – 14.03.2017




Der in Berlin lebende Malte Spohr gehört mit seinen ausgesprochen subtilen zeichnerischen Exponaten zu den prägnanten und bedeutenden deutschen Zeichnern der Gegenwart.

Seine meditativen Blätter konfrontieren die Betrachtenden mit einem Füllhorn an wahrnehmbaren Licht- und Strukturphänomenen. Via schrittiger Reduktion am Computer erfahren die zugrundeliegenden eigenen Fotografien, die zumeist alltägliche Erscheinungen in ihren Abschattungen festhalten, alsdann ihre eigenständige Einzeichnung in den Papiergrund: Linie unter Linie in oft engsten Abständen auf dem Weg ins Feld des Ungewissen.

Die Ruhe verströmenden horizontalen Linien - im Auf und Ab der drückenden oder sich lösenden Finger konzentriert gezogen - wandeln sich zu Flächenformationen, die ihrerseits verschattet oder schwarmbildend in Erscheinung treten.
Übergelegte, kräftiger ausgeführte, dunkler und rhytmisiert aufgetragene lineare 'Morse'-Sequenzen melden sich als Kontrast zu den lichtdurchflutet dahingleitenden, oft naturnah anmutenden Lineamenten.
Solche erzeichneten Transformationen von Naturerscheinungen differenzieren sich in dieser Ausstellung aus zu einzelnen Charakterstudien: Rötliche und schwarze Fleckenfelder wandeln sich in Energiefelder und suggerieren unendliche Bewegung allen Lebens. Vibrierende Ebenen laden unsere Wahrnehmung ein, sich dem uns umgebenden, unendlichen, unbegreiflichen, Raum zu öffnen.


1958 in Hamburg geboren; 1982-84 Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg; 1984-89 Studium an der HBK Braunschweig; 2012 Vertretungsprofessur an der Hochschule der Künste Bremen; lebt in Berlin. Ausstellungen (Auswahl): 2017 Galerie Inga Kondeyne, Berlin (mit Bettina Munk); 2016/2017 Hamburger Kunsthalle, Hamburg: Zeichnungsräume (Gruppenausstellung); 2016 Form und Struktur, C.G. BOERNER, Düsseldorf; 2015, 2012, 2008, 2006 Galerie Werner Klein, Köln; Galerie Dittmar, Berlin (mit Nora Schattauer); 2010, 2006 Fruehsorge Contemporary Drawings, Berlin; 2008 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe; 2007 Kunsthalle Bremen; 2003 Kunstmuseum Bonn; Lenbachhaus München; 2002 Galerie Seitz & Partner, Berlin; 2001, 1999 museumsakademie berlin, Galerie Helen Adkins; 1999 Galerie Katrin Rabus, Bremen;1996 Braunschweiger Dom, Braunschweig




BETTINA MUNK




„Bettina Munk lehnt das ihren Zeichnungen zugrunde liegende Konzept an die Gedanken Cages an; der Zufall ist auch hier bildbestimmendes Medium. Was bei Cage die Steine sind, ist bei Munk der Stupfpinsel, der in japanische Tusche getaucht einen Abdruck hinterlässt. Die Position bestimmt der Wurf mit dem Würfel, dessen jeweilige Zahlen in ein Koordinatensystem übertragen werden.“ So umschreibt in Kurzfassung der Katalogtext von Mechthild Achelwilm zur Gruppenausstellung „Zeichnungsräume I“ in der Hamburger Kunsthalle 2016 die Vorgehensweise der Künstlerin. Hinzu tritt in jedem Blatt das schematisierte, gestempelte Porträt einer Pilotin, die -nach links blickend und mithin der Vergangenheit zugewandt - als beobachtender 'Avatar' gleichsam die Zeichnung in sich aufnimmt. In der Ausstellung rückt gerade dieser Avatar in den Mittelpunkt der Zeichnung und wandelt sich vom stillen, distanzierten Beobachter zur Überlagerung von vielfältigen Porträts, deren jeweiliger Papierort dem Zufall des Würfels ausgesetzt ist.

Die beiden Animationen 'The Fall' und 'Glimpse' sind Ende 2016 und Anfang 2017 unabhängig von den Zeichnungen entstanden, dennoch lassen das in Bewegung gesetzte, gezeichnete Porträt und der zufällige Blick auf ein Geschehen im Transit (hier die Betrachtung der Grand Central Station New York) assoziative Bezüge zu den beiden Zeichnungsserien aufkommen. Die Animationen finden in der Ausstellung zusammen zur Installation 'The Crack'.


1960 geboren in München, aufgewachsen in Heidelberg; lebt in Berlin; 1980 Beginn des Studiums an der Universität der Künste, Berlin;1985/86 Studium an der Slade School of Arts, London; lebte 1992-1999 in New York; gründet 2011 Lines Fiction auf linesfiction.de; Ausstellungen (Auswahl): 2017 Galerie Inga Kondeyne (mit Malte Spohr); 2016/2017 Hamburger Kunsthalle, Hamburg: Zeichnungsräume (Gruppenausstellung); 2014 Galerie Weißer Elefant, Berlin; 2012 Galerie Frühsorge Contemporary Drawings, Berlin; 2010 Galerie Elly Brose-Eiermann, Dresden; 1994 Goethe Institut New York/USA; Kunst-Werke, Berlin; 1992 Science Times, P.S.1 Contemporary Art Center, New York/USA; 1991 Künstlerhaus Bethanien, Berlin






Ausstellung vom 17.12.2016 bis zum 31.01.2017


SAM SZEMBEK





Zur Ausstellung sind Sie herzlich
eingeladen.

17.12.2016 – 31.01.2016






Sam Szembek stellt wieder in Berlin aus. Er gehört zu den klassischen Zeichnern Süddeutschlands (Raum Stuttgart). In dieser Ausstellung wird seine Werkserie von 2016 vorgestellt. Unverändert ist das Material für diese Arbeiten geblieben: Papier, Kohle und Radiergummi. Es scheint so, dass nach dem Ausstellungsreigen anläßlich seines Katalogs 2014 den Zeichnungen jetzt eine modifizierte Ausdruckskraft innewohnt.
Das Weiß der Papiere im Atelier fordert ihn als Gegenüber permanent wieder und wieder heraus. Konzentrierter denn je überführt die angestaute Erfahrung die Linien aktiv in die Hand - so und nicht anders müssen diese tiefschwarzen Linien im Zueinander im weißen Raum stehen. Für Kenner seiner Zeichnungen, die neue Spannungsaufbauten der Linien erwarten, ist das Szembeksche Alphabet deutlich wahrnehmbar, aber natürlich nur individuell deutbar. Zwischen den unendlichen Möglichkeiten, die ihm die senkrechten, waagerechten und diagonalen Linienverläufe bieten, in die sich mitunter auch Spiralen einschleichen, kristallisieren sich wiederkehrend Zeichnungsmuster heraus, die gleichsam im Feld ihrer eigenen Tradition stehen. Das Nebeneinander der Zeichnungen von Sam Szembek im von ihm bevorzugten Format 80 x 100 cm, auf dem er körperausgreifend arbeiten kann, verdeutlicht stets aufs Neue die Freiheitsmomente, die seinen Zeichnungen eingeschrieben sind.

Sam Szembek, Jg 1953, lebt in Kirchheim/Teck, 1979&81 Oberschwäbischer Kunstpreis; 1994 Paris, Stipendium Cité Internationale des Arts; 2001 Omaha, Nebraska, Stipendium: Bemis Center for Contemporary Arts; 2007 Stipendium der Stiftung Bartels Fondation, Basel ( CH ); Ausstellg.: 1985 Kunsthalle Nürnberg; 1989, 2000 Kunstverein Reutlingen, 1990 A11, Galerie Thomas, München; 2005, 2009, 2012 Galerie Inga Kondeyne, Berlin; 2007, 2009, 2013, 2016 Galerie Linda Treiber, Ettenheimmünster; 2009 Verein für aktuelle Kunst Ruhrgebiet, Oberhausen: 2010 galerie parterre, Berlin; 2012 Galerie Wohlhüter, Leibertingen; 2014 Kunstbüro Wäcker und Graupner, München; 2014 zumikon Nürnberg





Ausstellung vom 28.10.2016 – 13.12.2016

Hanns Schimansky

o.T., 2016, Faltung, Tusche, 64x73 cm




Zur Ausstellung sind Sie herzlich eingeladen.

28.10.2016 – 13.12.2016




o.T., 2016, Faltung, Tusche, 74x87 cm




Hanns Schimansky,

Jg.1949; 1977-80 Stipendium als Meisterschüler an der Akademie der Künste, bei Gerhard Kettner; 1996-97 Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris; 1997 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin;1998-2014  Professur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee; 2012 Hans Theo Richter Preis, Sächsische Akademie der Künste, Dresden; zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen wie z.B.1990 Berlin, Neue Nationalgalerie; 1994 Leverkusen, Städtisches Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich; 1996 Berlin, Galerie Inga Kondeyne; 1998 Hannover, Sprengel Museum; Ystad (Schweden), Ystads Konstmuseum; 2000 Neuchâtel (Schweiz), Musée d'Art et d'Histoire; 2001 Rostock, Kunsthalle; 2003 Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle; 2008 Den Haag, Gemeentemuseum; 2010 Dessau, Meisterhäuser Klee/Kandinsky; 2010 Paris, Galerie Jaeger Bucher; 2011 Köln, Galerie Werner Klein; 2012 München, Galerie Florian Sundheimer; 2012 Berlin, Galerie Inga Kondeyne; 2013 Dresden, Leonhardimuseum; 2014 Köln, Galerie Werner Klein; 2014 Paris, Galerie Jaeger Bucher; 2015 Ahrenshoop, Kunstmuseum; 2016 Köln, Galerie Werner Klein

In die Ausstellungen des Zeichners Hanns Schimansky kommen im wesentlichen Besucher, die eine weitere, neue visuelle Herausforderung erwarten. Und Schimansky überrascht dieses Mal mit rigiden Schwarz-Weiß-Faltungen, in denen breite, schwarze Linien weiße Räume verspannen und gleichzeitig auch öffnen. Harmonische Linienflüsse bricht er durch das Falten seiner Papiere auf. Er erzwingt so Richtungswechsel der Linien, zu denen sich spielerisch an im Alltag Gesehenes erinnernde Fragmente gesellen – und alles auf geheimnisvoll erscheinenden, gerasterten Untergründen.

Im Vorspann dieser Ausstellung zeigt Schimansky kleinformatige, farbstarke Kreidezeichnungen. In ihnen herrscht ornamental strukturiertes Fabulieren vor, das mit überraschender Farbkraft aufgeschrieben wurde. Ein unermüdlich variiertes Erfinden von Formmodulen und Strukturen, oft in Zwiesprache mit dem Bleistift, offenbart sich von Blatt zu Blatt.

In diese extrem kontrastreiche Gegenüberstellung mischen sich an den Galeriewänden neue Federzeichnungen - die ständige Weiterführung des 'mikrokanonischen Orchesters'. Zug um Zug setzt Schimansky in ihnen seine schwarzen Codes. Rhythmen mit Vibrationen spiegeln sich selbst. Linien laufen erneut ins Ungewisse als Ausdehnung des Moments. Kleinste Veränderungen in seiner Handhabung der Feder ergeben überraschende Resultate. Auch diesen Zeichnungen unterliegt ein gefalztes Grundraster, das natürlich nicht als idealisiertes Rechengitter für Vorhersagen zu verstehen ist. Bedingungen und Impulse des Materials sind für Schimansky immer wieder Ausgangspunkte seines zeichnerischen Denkens.




o.T., 2015, 21x29,5cm
o.T., 2015, 21x29,5cm





© 2009 - Galerie Inga Kondeyne